Wing Chun

Beim Wing Chun handelt es sich um einen relativ modernen, etwa 250 Jahre alten südchinesischen Kung-Fu-Stil. Die deutsche Übersetzung bedeutet „schöner Frühling“. Das Wing Chun gilt als einer der effektivsten Kampfstile überhaupt. Es verzichtet komplett auf akrobatische Manöver und hohe Tritte. Stattdessen legt es großen Wert auf den Nahkampf, zumal sich die meisten realen Konfrontationen auf engem Raum ereignen. Wing Chun setzt vorrangig niedrige Tritte gegen den Unterleib, die Knie oder die Schienbeine ein. Außerdem verfügt es über eine Auswahl dynamischer Schläge, die in einer Reihe von Angriffen vorgetragen werden. Diese Vorgehensweise nennt man im Wing Chun den Kettenfauststoß. Das Ziel liegt darin, durch ein aggressives Vorwärtsdrängen den Gegner unter Druck zu setzen und ihn somit seiner Initiative zu berauben. Falls der Gegner zurückweicht, wird sofort die Verfolgung aufgenommen, bis der Angreifer flieht oder der Kampf durch wirksame Treffer beendet ist.

Anders als andere Kampfkünste nutzt Wing Chun sensorische Reize. Hat man einmal Kontakt zu den gegnerischen Armen aufgenommen, kann man spüren, wohin die gegnerische Bewegung geht. Auf einen sensorischen Reiz kann man bis zu 7 mal schneller reagieren als auf optische Signale. Somit ist Wing Chun extrem schnell und kompromislos in der Anwendung.


Das sensorische Training lässt sich mit dem europäischen Fechten vergleichen. Wie bei der sogenannten Klingenbindung spüren die Arme, ob ein Druck oder Zug ausgeübt wird. Dies bestimmt die jeweilige Reaktion. Die entsprechende Übung nennt sich „Chi Sao“, was soviel wie „klebende Hände“ bedeutet. Dieser Stil ist recht schnell erlernbar, so dass man sich bei 2 Übungseinheiten pro Woche schon nach einem Jahr wirksam verteidigen kann. Bei anderen Stilen muss man eher von einer Dauer von 4 bis 5 Jahren ausgehen.

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